"100 Jahre Leben"

Ein ganzes Jahrhundert Leben...

Eine Frau, deren Geburtsjahr das Jahr 1923 ist. Unfassbar! Solch eine unglaublich lange Zeit. Beinahe 100 Jahre Leben hat diese starke Frau nun hinter sich gebracht. Was hat sie alles erlebt; erleben DÜRFEN und ebenso erleben MÜSSEN?

Ich sitze ihren Angehörigen nun gegenüber und sie erzählen mir voller Liebe in ihren Augen und Herzen von einem Menschen, einer Frau, die durch ihr langes Leben in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich stark geprägt wurde.

Sie ist ein Kind der Weimarer Republik, ist beinahe Teenager als der Reichstag brennt, beinahe erwachsen, als der zweite Weltkrieg beginnt und sie die Angst ihrer Brüder in deren Augen wahrnimmt, als diese sich aufmachen um in den Krieg zu ziehen – ohne zu wissen ob sie sich jemals wiedersehen werden. Sie ist eine erwachsene Frau als sie mit ihren schmalen Händen das zertrümmerte Deutschland wieder aufbaut.

Diese Frau kennt den Alltag ohne Fernsehen, Computer oder Telefon, sie kennt den Alltag ohne Kugelschreiber, Antibiotika und Papiertaschentücher. Das Leben ohne Internet – Leute, ist das für uns überhaupt denkbar? Diese Frau, sie kennt diese unsere Welt in einem so ganz anderen Zustand.

Sie erlebt, wie die Mauer erbaut wird, die unser Land teilt und sie verfolgt im Fernsehen, wie diese wieder eingerissen wird. Als Deutschland vor nun bereits mehr als 30 Jahren die Wiedervereinigung feiert, ist diese Frau bereits im mehr als verdienten Ruhestand.

Und nun, drei Jahrzehnte und so viele weitere Erlebnisse und Lebensereignisse später, muss diese Frau wieder einmal miterleben, wie junge Männer in einem europäischen Land in den Krieg ziehen. Und ich bin es, die nun erfahren darf, welch ein Mensch sie war – ein ganzes langes Leben. Ich darf erfahren, wie sie lebte, welche Werte sie durch ihr Leben getragen haben, was sie glücklich werden ließ und was ihr Sorge bereitete.

Es bedarf unseren allergrößten Respekt vor den Menschen, die ihr Leben in dieser Zeit, in diesem Jahrhundert führten und niemals aufgaben, weder sich selbst, nicht ihr Leben und auch nicht ihre Lieben, ganz egal, was um sie herum geschah.

Nach allem Durchlebten der vergangenen zehn Jahrzehnte und der steten absoluten Gewissheit, dass die Blüte des Lebens immer weiter dahinwelkt, trotzdem jeden Tag aufs Neue wieder ausreichend Mut und Kraft aufzubringen, um weiter zu machen, 100 Jahre lang, davor verneige ich mich zutiefst.

Denn eines weiß ich sicher, das sagte Joachim Fuchsberger einst; Älterwerden ist nichts für Feiglinge.

Also seid mutig und lebt so viel Ihr könnt und habt lieb so viel Ihr könnt.

Ich umarme Euch, Eure Sabrina


"2021, was da los war…? Hmmh, mal überlegen…"

Ereignisse und Geschichten aus 2021 - was das Jahr so mit sich brachte...

Mit großen Schritten neigt sich das Jahr 2021 dem Ende und jedes Jahr wieder, ungefähr um diese Zeit, denke ich darüber nach, wie ich das nun zu Ende gehende Jahr eigentlich erlebt habe, was ich gemacht habe in den letzten zwölf Monaten, wie es mir erging, was ich lernte, was ich vielleicht von mir schüttelte, was mich traurig und was mich hat glücklich werden lassen.

Ich denke darüber nach, wie wir die Herausforderung Alltag innerhalb unserer Familie bewältigt haben, an welchen Stellen womöglich auch nicht oder zumindest nicht optimal. Wie ist es mir mit meiner Arbeit ergangen? Habe ich mich weiterentwickelt, war ich erfolgreich, fühlt es sich insgesamt gut an oder habe ich mir an manch einer Stelle andere Umstände gewünscht? Wie geht es meiner Familie, meinen Freunden? Habe ich mich gut eingereiht, bin ich immer nett gewesen, oder habe ich mich auch mal daneben benommen und sollte vielleicht an mir arbeiten in mancher Hinsicht?

Und wie sieht es eigentlich mit der Pandemie aus, in wie weit hat mich Corona in 2021 begleitet, verfolgt, genervt oder auch gestärkt?

Fragen über Fragen.

Doch so viel spannender ist es eigentlich doch, so mein Gedanke, als ich vor einigen Tagen plante, meinen neuen Blog Beitrag zu schreiben, zu erfahren, was die Menschen in meinem Umfeld bewegt hat in 2021. Wie ist es meinen Mitmenschen ergangen? Was haben diese erlebt in 2021 und was nehmen sie mit für die Zukunft, für ihre Zukunft? Also habe ich mich aufgemacht und einige meiner Lieblingsmenschen befragt.

„Nenne mir drei Sätze, die DEIN Jahr 2021 beschreiben!“

Svenja, 31 Jahre, staatlich anerkannte Kosmetikerin, Mutter eines einjährigen Sohnes: „Mich hat 2021 gelehrt, dass ich gut daran tue, das Leben an sich wieder mehr zu schätzen. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Leben, wie ich es nun gerade leben darf und bin jeden Tag dankbar für die Menschen, die mich umgeben – vor allen mein kleiner eineinhalbjähriger Sohn. Ich habe die letzten Monate gelernt, etwas ruhiger und entspannter durch den Alltag zu gehen, da ich doch nicht alles selbst beeinflussen kann, vieles einfach nicht zu ändern ist. Corona hat mir tatsächlich gezeigt, wie unwichtig doch am Ende des Tages so viele Dinge sind.“

Ole, 36 Jahre, Bestatter, Vater eines 11-jährigen Sohnes: „2021 war für mich – wie auch wohl für so viele andere Menschen – sehr anstrengend, wie aber ebenso aufregend, voller Höhen und Tiefen. Vieles von dem, was für uns selbstverständlich war in der Vergangenheit, konnten wir auch in diesem Jahr wieder nicht leben, wie bereits 2020. Trotzdem spüre ich mit Blick auf das zu Ende gehende Jahr Dankbarkeit in mir. Ich bin dankbar für meine Familie, meine Freunde, meine Arbeitskollegen. Ich bin dankbar für die Zeit, die ich mit meinen Mitmenschen verbringen darf. Es macht mich auch in trüben Zeiten sehr glücklich, meine Zeit mit Menschen verbringen zu dürfen, die ich liebe und schätze. Meine Kraftquellen zu jeder Zeit. Das nehme ich mit aus diesem verrückten Jahr 2021.“

Romina, 30 Jahre, staatlich anerkannte Erzieherin: „Mein schönstes Erlebnis dieses Jahr war meine Hochzeit auf Island. Die Corona Pandemie hat dafür gesorgt, dass unsere gesamte Hochzeitsplanung von uns über den Haufen geworfen wurde, wir alle Freunde, Nachbarn und Kollegen, die ganze Familie, mit denen wir ein großes Fest hier zu Hause feiern wollten, schlussendlich bei unserer Hochzeit nicht dabei hatten, was uns natürlich erst einmal sehr traurig stimmte. Wir haben uns dann für eine Hochzeit in einem winzig kleinen Kreis auf Island entschieden. So ganz anders und somit so besonders. Das Schönste, was ich erleben durfte bisher in meinem Leben. Prägend war auch mein 30. Geburtstag im Mai diesen Jahres, der mich zum Nachdenken brachte und mir aufzeigte, dass ich gerade genau dort stehe, wo ich sein möchte, genau dort, wo ich mich bereits als Teenager als 30-jährige Frau gesehen habe. Ein sehr schönes Gefühl. Innerhalb dieses außergewöhnlichen Jahres 2021 ist mir so sehr bewusst geworden, welch gute Freunde ich an meiner Seite habe und dass es überhaupt nicht darauf ankommt, wieviel Freunde ich zählen darf, sondern so viel mehr darauf, dass die wenigen wahren Freunde, diejenigen sind, auf die ich mich zu jeder Zeit, ganz gleich, welches Anliegen mir auf der Seele brennt, verlassen kann. Um diese Freunde in meinem Leben zu wissen, macht mich sehr glücklich. Ich blicke zurück auf zwölf sehr aufregende Monate, die mir einmal mehr aufzeigten, dass ich auf Liebe und Freundschaft setze in meinem Leben – und das ändert auch eine Pandemie nicht“

So einige wenige Menschen, die mein Leben begleiten, deren Nähe und Einsatz ich so sehr schätze. Was mir auffällt, ist dieses, dass am Ende eines Jahres doch stets im Vordergrund steht, dass man die vergangenen zwölf Monate wieder einmal mit Menschen verbringen durfte, die einem am Herzen liegen, Menschen, die uns Kraft geben, die uns ein Lächeln in unser Gesicht zaubern, in deren Arme wir fallen dürfen, wenn wir uns vielleicht doch einmal verloren fühlen. Nähe, die Nähe zu unseren Liebsten ist das, was uns leitet, uns schützt und uns kräftigt – ganz gleich, was uns im Laufe von zwölf Monaten begegnet.

Ich wünsche Euch ein wundervolles neues Jahr 2022.

Ich umarme Euch, Eure Sabrina


"Weihnachten bei den Kuipers"

Heiligabend - traditionell oder jedes Jahr anders...?

„Wie feiert Ihr Weihnachten, was liegt an bei Euch an Heiligabend?“ Eine Frage, die ich doch immer mal wieder höre. Und meist entsteht dann in mir eine ambivalente Stimmung. Wie es dazu kommt, möchte ich Euch gern in meinem heutigen Blog-Beitrag erzählen.

Weihnachten steht vor der Tür. Überall funkeln wundervolle Lichter an den Häusern und in den Gärten. Drinnen scheint Kerzenlicht, das uns diese zauberhafte Stimmung beschert. Wir planen das Weihnachtsfest – jeder von uns meist so, wie er es seit langer Zeit gewohnt ist, eben so, wie es immer war.

Ich erinnere mich an die Weihnachtsfeste als ich noch selbst ein Kind war; der Heilige Abend, festliche Kleidung, Lackschuhe, der Besuch in der Kirche, Kartoffelsalat und Würstchen zum Abendessen, dann zur Bescherung ins Wohnzimmer, das bis zu diesem Moment den ganzen Tag verschlossen war. Die Lichter am Weihnachtsbaum brennen, Weihnachtsmusik ertönt aus der Stereoanlage, wir setzen uns alle an den Tisch und erwürfeln unsere Geschenke, die der Weihnachtsmann hier unter unseren Baum legte.

Okay, der Glaube an den Weihnachtsmann, der war dann ja irgendwann futsch. Doch alles andere wiederholte sich Jahr für Jahr, immer wieder und es war jedes Jahr aufs Neue wunderschön.

Mit meinem Mann Nils ist es nun so gewesen, dass wir den Heiligen Abend in den ersten Jahren unseres Zusammenseins nur zu zweit verbrachten, oder sogar über die Weihnachtstage Urlaub machten. Das war schön, schön entspannt.

Und nun, seit sieben Jahren sind wir nicht mehr allein. Wir sind Eltern, eine Familie. Unsere zwei Kinder, die sieben und fünf Jahre alt sind, halten uns im Alltag auf Trab und am Weihnachtsfest nicht weniger. Und nun verspüre ich, immer dann, wenn ich gefragt werde, wie wir den Heiligen Abend gestalten, dieses Gefühl in mir, ein Gefühl, das – ganz ab von so vielen anderen meiner Empfindungen – überhaupt nicht gefestigt ist, nicht selbstverständlich, eher schwankend. Das kenne ich sonst nur selten.

Weihnachten – irgendwie ist es bei uns jedes Jahr anders. Wir haben gemeinsam mit den Kids Weihnachten natürlich schon mit der Familie gefeiert, ebenso feierten nur wir vier den Heiligen Abend und auch Urlaub in einem Familienhotel machten wir vor einigen Jahren über die Weihnachtstage. Es werden poppige eher moderne Weihnachtslieder gespielt, es wird nicht gesungen, es werden keine Gedichte aufgesagt. Wir haben Entenbraten gegessen oder auch Bockwurst, wir haben Spaghetti Bolognese am Heiligen Abend serviert, weil das die Leibspeise der Kinder ist.

Ja, und was von alldem gefällt mir denn nun wirklich und, was vielleicht noch so viel wichtiger ist, was von alldem gefällt unseren Kindern am besten? In welcher Variante fühlen sie sich am wohlsten, fürsorglich umsorgt, aufgefangen mit samt ihren Gefühlen und Wünschen an dieses Fest?

Vor wenigen Wochen berichtete mir eine gute Freundin von ihrer alljährlichen Heiligabend Tradition mit Kirchenbesuch, Gänsebraten und Großeltern. Und ich war auf einmal irgendwie traurig, weil wir eben nicht diese alljährliche Tradition leben. Ich berichtete meinem Mann davon, er nahm mich in den Arm und meinte: „Es wäre doch nichts Schlechtes, keine Traditionen zu pflegen, wenn man gar nicht das Bedürfnis danach hat und wir doch beide nicht wirklich Wert darauflegen. Es ist doch nur wichtig, dass es schön für uns ist, eben genauso, wie wir es machen und dieses Gefühl hatten wir noch jedes Jahr; dass es für die Kinder schön war und für uns ebenso, oder nicht?“
Ja, er hatte Recht und ich war beruhigt und meine Traurigkeit war verflogen und so wird es dieses Jahr wieder einmal – ganz frei von Traditionen – ganz anders bei uns sein.

Ich darf – und das ist wirklich eine ganz besonders große Ehre für mich – am Heiligen Abend als Freie Rednerin die Weihnachtsandacht im Romantikhotel Bösehof abhalten. Ich darf für die Gäste, die sich am Weihnachtsfest dieses Jahres von den Mitarbeitenden dieses wundervollen Hotel- und Gastronomiebetriebes rundherum verwöhnen lassen, das Weihnachtsfest einläuten und das erfüllt mich mit ganz viel Freude und Stolz.

So werde ich erst gegen 18 Uhr wieder zu Hause sein, Gänsebraten aus dem Bösehof im Gepäck haben mit Rotkohl und Kartoffelklößen und dann mit meiner Familie zu Abend essen, bevor wir uns an die Bescherung machen, natürlich etwas später als die letzten Jahre.

Somit überhaupt nicht traditionell, überhaupt nicht klassisch und wahrscheinlich trotzdem wunderschön für uns alle. Denn wir werden zusammen sein an diesem Abend, gemeinsam essen, uns dabei erzählen, wie es uns geht und was wir an diesem Tag erlebt haben. Wir werden uns gegenseitig beschenken, mein Mann und ich werden das Leuchten in den Augen der Kinder genießen, wenn sie ihre Geschenke auspacken und danach ganz viel kuscheln. Könnte es denn schöner sein?

Bleibt gesund, ich wünsche Euch Fröhliche Weihnachten.

Eure Sabrina


"Nachgefragt..."

Ich habe da mal ein paar Fragen...

Ihr kennt ja schon meine Cousine Katharina Helena. Sie begleitet mich in meinem Leben, seitdem sie auf der Welt ist. Ich war 10 Jahre alt, als sie das Licht der Welt erblickte und sie war für mich das hübscheste Baby, das ich jemals sah. Ihre wunderschönen strahlenden Augen, dieses braun glänzende Haar; Ein umwerfendes Baby und heute – knapp dreißig Jahre später – eine umwerfende Frau.

Heute ist Katharina an meiner Seite, unterstützt mich bei meiner Arbeit, wenn ihre eigene es zulässt. Und immer wieder kommen Fragen auf und gerade jetzt zu einem mir sehr am Herzen liegenden Thema.
Vor einem Jahr gründete ich mit sechs anderen wundervollen Frauen unseren Verein Lillebö e.V., der die Familien von Sternenkindern in vielerlei Hinsicht ehrenamtlich unterstützt. So kam es, dass ich im vergangenen Monat die Trauerfeier eines Sternenkindes begleiten durfte und Katharina während meiner Vorbereitungen auf mich traf und sich fragte, wie Betroffene mit solch einem Schicksal zurecht kommen und was dieses mit mir macht, wenn ich die Eltern und Familien von Sternenkindern am Tag der Beisetzung Ihres Kindes, das sie sich so sehr wünschten, begleite.

Lest gern, was Katharina bewegt…

K.: 1.) War es das erste Mal für Dich… ein Sternenkind beerdigen?
S.: Nein, bereits mehrere Male stand ich Eltern zur Seite, als sie sich von ihrem Sternenkind verabschiedeten. Es ist jedes Mal wieder in ganz besonderer Art und Weise sehr emotional, auch für mich. Sich verabschieden und zu trauern um ein Leben, das nicht leben durfte, ist eine außergewöhnliche Situation, die man in Worten tatsächlich nur schwer beschreiben kann.

K.: 2.) Hast Du Dich anders auf diesen Tag vorbereitet als sonst?
S.: Auch wenn es nicht das erste Mal gewesen ist, die Vorbereitung ist schon irgendwie anders als für Trauerfeiern, die ich sonst begleite. Da ich selbst Mutter von zwei kleinen Kindern bin, fühle ich so intensiv mit wie selten.

K.: 3.) Ist das Gefühl ein anderes, als wenn Du einen alten, vielleicht schon lange erkrankten Menschen beerdigst, der sein Leben leben durfte?
S.: Über ein Kind zu sprechen, das das Leben nicht oder nur sehr kurz leben durfte, ist schon eine besondere Herausforderung. Hat dieser strahlende Stern jedoch ebenso wie jedes andere Herz, das einst schlug, jedes Recht, in vollem Umfang wahrgenommen zu werden und einen würdevollen Abschied bereitet zu bekommen. Dafür setze ich mich ganz besonders gern ein. Denn für die Eltern bedeutet dieser kleine Stern die Welt.

K.: 4.) Ist das Gespräch, das Du mit den Betroffenen führst, anders… emotionaler oder auch trauriger?
S.: Das ist immer ganz unterschiedlich. Jede Familie durchlebt eine Zeit, die genauso noch kein anderer erlebt hat. Manche Familien sind gefasster als andere, manche zerfließen in Trauer, wiederum andere lenken sich ab, um nicht immer wieder den Erinnerungen dieses so schmerzlichen Verlustes ausgesetzt zu sein. Jeder geht seinen eigenen Weg. Bei all den Gesprächen, die ich führe mit Familien, die einen Angehörigen aus ihrer Mitte heraus verloren haben, gibt es auch für mich immer wieder Momente, die mich emotional und vor allen Dingen auch traurig werden lassen. Und da bin ich dazu bereit, mitzutrauern, um einen Menschen, der ein langes und erfülltes Leben leben durfte wie auch mitzutrauern, um einen kleinen Menschen, dem es nicht vergönnt war, sein Leben zu leben.

K.: 5.) Was würdest Du sagen, wie lange Dich der Tod bzw. die Geschichte der verstorbenen Person beschäftigt, egal ob alt oder jung?
S.: Auch das ist ganz verschieden. Ich habe schon oft darüber nachgedacht und mich auch immer wieder dabei beobachtet und reflektiert, wie ich mit den vielen Schicksalen selbst umgehe. Dazu kann ich sagen, dass Lebenssituationen, die meiner eigenen derzeitigen ähneln, stets die sind, die mich sehr ergreifen. Doch ist es manchmal auch einfach ein ganz besonderer Mensch, den ich vielleicht nur ein wenig oder meist eben auch gar nicht kannte oder eine besondere Lebensgeschichte, die mir noch Wochen nach der Beisetzung immer wieder in den Sinn kommt. Eine große Rolle spielt dabei natürlich auch das Verhältnis, das ich zu den jeweiligen Angehörigen aufbaue. Manchmal werden aus diesen Begegnungen intensive Bekanntschaften und einige wenige Male habe ich durch meine Arbeit sogar wahre Freunde finden dürfen. Und so gesehen beschäftigt mich dann die Lebensgeschichte eines Verstorbenen womöglich für den Rest meines Lebens.

K.: 6.) Was schenkt Dir diese Arbeit, bzw. was gibt es Dir persönlich, in dem Verein Lillebö e.V. tätig und für andere da zu sein?
S.: Meine Arbeit und eben auch die ehrenamtliche Vereinsarbeit, das ist mein Herz. Der Muskel, der mein Blut durch den Körper pumpt, die Kraftquelle, die mich versorgt mit allem, was ich brauche. Ich liebe meine Arbeit neben meiner Familie über alle Maße, ich führe sie mit großer Freude aus. Ich habe die Möglichkeit, Menschen zu gedenken, sie noch einmal wieder in Erinnerung zu rufen innerhalb unseres Lebens. Jedes Leben, war es noch so kurz, hat so unglaublich viel Wert für mich in unserer Welt, diese Welt, die verändert wird durch jeden einzelnen Herzschlag. Und als Teil des großen Ganzen darf ich es sein, der Menschen dazu auffordert, nicht zu vergessen, sich stets zu erinnern, Glück zu empfinden für das eigene Leben und innerhalb dieses Lebens im besten Falle etwas Gutes zu schaffen, an das sich dann wiederum andere erinnern werden. Das erfüllt mich.
Die Arbeit in unserem Verein Lillebö e.V. unterstreicht mein Bedürfnis einmal mehr, uns Menschen aufzuzeigen, dass wir niemals allein sind, dass es immer irgendwo Menschen gibt, die für uns da sind und uns helfen, wenn wir denn Hilfe möchten. Wir alle sind hier und keiner von uns ist allein. Lasst uns füreinander einstehen, jeder so, wie er kann und möchte.
Ich meinerseits möchte geben. Das, was ich habe, möchte ich geben; meine Schulter zum Anlehnen, mein Ohr zum Zuhören, meine Arme, um zu halten, festzuhalten. Ich möchte einfach nur da sein.

Von Herzen, Eure Sabrina


Mein Tag als Sabrinas "Assistentin" - Ich war soooo aufgeregt...!

Ich als Assistentin - das war schon besonders!

Ich war ja so aufgeregt… ich meine, ich kenne meine Cousine Sabrina bereits mein ganzes Leben, habe ich sie jedoch niemals öffentlich sprechen hören, nie habe ich sie während einer Redenabhaltung, während der Ausübung ihres heiß geliebten Jobs anhören können.

Und nun war es endlich soweit – ich darf sie begleiten zu einer Hochzeit, bei der sie zwei Menschen frei trauen wird.
Gesagt, getan – heute bin ich Sabrinas Assistentin. Auto einladen und ab zur Location. Aufbau, Sound-Check und dann ging’s los.

„Strawberrys, cherrys and an angel’s kiss in spring…“; Die Braut lief ein, die Hochzeitsgesellschaft setzte sich und Sabrina begann mit ihrer Rede. Jeder, der Sabrina kennt, weiß, dass allein ihre Erscheinung schon sehr viel her macht. Die blonde Mähne zu einem Halbdutt hochgesteckt, ein metallicfarbenes Kleid, ganz modern mit phantastischen Wesen bedruckt. Sehr gewagt und außergewöhnlich, wie ich fand, vielleicht nicht jedermanns Sache, jedoch erzählte Sabrina mir bei der Ankunft, dass ihre Schwiegermutter sie dahin bestärkte, dass das Kleid ausgezeichnet passen würde. Passend zum Stil des Tages, passend zum Geschmack des Paares und allem drum herum – und damit hatte sie definitiv recht, wie ich später bemerkte.

Ich hörte gespannt zu.

Ich muss vorab sagen, dass ich das Brautpaar nicht kannte. Vor der Trauung habe ich mich nur kurz vorgestellt und „Hallo“ gesagt, jedoch konnte ich mir die Kennenlerngeschichte des Brautpaares während der Rede bildlich sehr gut vorstellen und fühlte mich, obgleich ich lediglich als Außenstehende anwesend war, sehr verbunden. Ich war sehr entzückt von dieser doch sehr einzigartig lustigen Story – humorvolle Situationen, die mit Witz erwähnt wurden, entlockten allen Anwesenden, einschließlich mir, ein herzlichen Lachen.

Die keltischen Hochzeitsrituale, die Sabrina auf Wunsch der beiden, mit eingebaut hatte, beeindruckten mich sehr. Auch die ausgewählte Musik für die Rituale machten die Stimmung so wahrhaftig und fesselten einen an das Geschehen.

Diese gefühlvolle und authentische Erzählweise brachte bei vielen der anwesenden Gäste die Emotionen zum Vorschein. Hier und dort wurden Taschentücher gezückt, um Tränen aufzufangen, selbst bei mir.

Zum Ende hin kam eine ganz unbeschwerte Atmosphäre auf… es war vollbracht, der Druck und all die Aufregung des Brautpaares war verflogen und die Trauung wurde mit einem starken Applaus und herzlichen Glückwünschen zelebriert.

Ein wundervolles Erlebnis, ein berauschender Tag. Ich bin sehr gerne auch ein weiteres Mal dabei.

Von Herzen, Eure Katharina


"Mein Tag..."

Mein Tag... als Freie Rednerin, Ehefrau und Mutter

„Mama, Maaaaaaama, wo bist Du? Komm mal! Was machen wir heute? Wollen wir was spielen? Darf ich eine Süßigkeit? Darf ich Fernsehen? Darf meine Freundin zu uns kommen?“

Und ich denke: „Oh jeh, ich möchte doch einfach nur noch einen Moment am Schreibtisch sitzen und noch einen Absatz schreiben, denn gerade habe ich doch ein Bild im Kopf, das es gilt zu nutzen und niederzuschreiben.“

Doch nein, das geht jetzt nicht mehr. Die Schule ist aus, der Kindergarten hat Feierabend. Jetzt ist Kinderzeit, dieses Bild in Deinem Kopf musst Du Dir zu einem anderen Zeitpunkt wieder zurückholen. Wenn es denn geht.

Es fällt mir nicht immer nur leicht, das muss ich wirklich zugeben. Ich liebe meine Arbeit so sehr, dass ich die Zeit manches Mal doch total vergesse. Und dann melden sich da zwei süße kleine Kinderstimmen, stellen sich an meinen Schreibtisch und funkeln mich an mit ihren wunderschönen blau glänzenden Augen und mit aller Liebe, die ich empfinde für diese kleinen Menschen, lasse ich die Arbeit Arbeit sein und konzentriere mich auf meine Familie.

An der Seite meines Mannes und unseren Kindern, die nun ganz bald den 7. und 5. Geburtstag feiern dürfen, bin ich überglücklich. Unser Leben als selbständige Unternehmer und eben auch als Familie ist von Hektik, Stress, Organisation und Aufgaben aller Art geprägt, doch finden wir als Familie an jedem Tag immer in irgendeinem Moment zueinander, sitzen bei der Abendmahlzeit zusammen und erzählen uns, was uns während des Tages bewegte. Dann erzählt zum Beispiel unsere Tochter voller Empörung, dass ihre Sitznachbarin in ihrer 1. Klasse heute wieder mal bei ihr abgeguckt hat und ebenso voller Nächstenliebe, dass es ja aber doch besser für die Mitschülerin ist, wenn sie bei ihr abschreibt, bevor sie gar nichts in ihr Heft schreibt. Und der kleine Bruder erzählt uns dann, was er im Kindergarten gebastelt und wer mit ihm auf dem Außengelände Fußball gespielt hat, was es zum Mittagessen gab und wahrscheinlich erzählt er ebenso, dass er das Mittagessen nicht mochte – kleiner Kostverächter 😉

Und dann fragt unsere Tochter mich häufig, wie denn mein Tag gewesen sei. Und ich überlege einen Moment, wie ich das, was mich am Tag bewegte, was ich erlebte, was ich aufschrieb, worüber ich sprach während einer Feierlichkeit als Freie Rednerin in kindgerechte Worte verpacke.

Unsere Kinder wachsen mit all den Themen auf, die uns im Leben bewegen. Dazu gehören Freude und Spaß wie auch Leid und Trauer. Jeden Tag sprechen wir hier zu Hause über Menschen, die sich auf freudige Ereignisse freuen und ebenso sprechen wir über die Familien, die sich von jemandem verabschieden müssen, weil nun gerade jemand, der ihnen viel bedeutete, verstorben ist. Ich erkläre den Kindern in kindgerechter Art und Weise, jedoch mit absoluter Ehrlichkeit, was ich in meinem beruflichen Alltag als Freie Rednerin erlebe und lasse ihnen auch den Raum, sich ihre eigenen Vorstellungen zum Beispiel zu den Themen Sterben und Tod machen zu dürfen.

Und manches Mal, wenn ich dann doch mal von meiner Arbeit ganz intensiv mitgerissen werde, vielleicht auch mal weine um einen Menschen, über den ich erzählen darf, neigt unser Mädchen ihren hübschen Kopf zur rechten Seite, öffnet ganz weit ihre Augen und sagt: „Ach Mama, sei doch nicht traurig, es gibt doch noch ganz viele andere liebe Menschen auf der Welt.“

Und damit hat sie ja so Recht. Ich bewundere sie für ihre stets positive Sicht auf all die Dinge dieser Welt. Dann muss ich direkt noch ein bisschen mehr weinen, wenn sie solche Sachen sagt, weil ich so stolz auf sie bin und glücklich darüber, dass sie mit nicht einmal sieben Jahren dazu in der Lage ist, meine Arbeit und die damit verbundene Leidenschaft zu akzeptieren, mit all dem, was diese mit sich bringt, was eben auch bedeutet, dass sie und ihr Bruder auch mal an Nachmittagen und Wochenenden von der Oma betreut werden müssen. Sie zeigt uns mit ihrer lebensfrohen Art, dass es immer etwas Schönes gibt, das es zu betrachten gilt, ganz egal, was gerade um Dich herum geschieht.

Bleibt neugierig, Eure Sabrina


"Manches Mal kommt alles so anders..."

Manches Mal kommt alles so anders...

Bereits in der letzten Woche wollte ich einen neuen Blog online stellen. Ich wollte Euch erzählen aus meinem Alltag, von meiner Arbeit als Freie Rednerin, meinen Aufgaben, Pflichten und wundervollen Momenten als Ehefrau, Mutter und Freundin. Ich wollte Euch davon berichten, mit wie viel Leidenschaft ich durch mein Leben streife und wie glücklich ich bin mit dem, was ich bin und dem, was ich lebe und liebe. Doch dann verändert ein kurzer Augenblick alles…

Ich erhalte einen Anruf am Montagvormittag. Auf der anderen Seite der Leitung hat ein junger Mann, den ich nur flüchtig kenne, kaum die Möglichkeit auch nur ein einziges Wort herauszubekommen, so sehr ist sein Herz mit Trauer gefüllt.

Vor vier Wochen lerne ich diesen Menschen kennen. Er ist 35 Jahre jung, ein lebenslustiger junger Mann, der mit beiden Beinen im Leben steht. Ich begegne ihm während der Trauerfeier für seine über alles geliebte Mutter im Friedwald, die ich als Freie Rednerin begleiten darf. Hier nun soll seine Mama ihre letzte Ruhe finden, nachdem sie einen langen Leidensweg aufgrund einer Krebserkrankung hinter sich hat.

Der Vater dieses jungen Mannes erzählte mir in einem langen sehr persönlichen Gespräch einige Tage zuvor von dem Leben seiner Frau, eine Frau, die eine ganz besondere war. Eine Frau, die mit aller Lebensliebe und allem Lebenswillen jeden möglichen Moment im Kreise ihrer über alles geliebten Familie verbrachte, eine Frau, die die ein oder andere große Hürde im Leben hat meistern müssen und sich mit Voranschreiten des Alters sich mehr und mehr der Spiritualität hingab. „Sie war so ein spiritueller Mensch, dass sie nicht wollen würde, dass an ihrem Grab jemand über Sie spricht, der nicht offen ist für allen Glauben in dieser Welt, sei dieser nun konfessionell geprägt, spirituell oder ganz und gar weltlich“, so der Witwer. Ich solle es sein, die mit langjähriger Erfahrung, mit offenem Geist, mit Witz und Charme und vor allem mit gnadenloser Ehrlichkeit über dieses gelebte Leben sprechen solle. So bat er mich an diesem gemeinsamen Abend, den ich in seinem Haus verbringen durfte. Das ehrte mich. Dieser Mann fasste unglaubliches Vertrauen in mich und konnte sein schweres Herz während wir in seinem Zuhause lange miteinander sprachen, sehr erleichtern, so berichtete er mir einige Tage später am Telefon. Wir wollten beide kaum, dass unser Zusammentreffen endet. Es war für ihn ein Segen, jemanden bei sich zu haben, der sich seiner Gefühle und Gedanken annimmt und ihm zuhört und mir tat es mehr als gut, einem lieben Menschen mein Ohr zum Zuhören und meine Schulter zum Anlehnen zu bieten. Das ist mein Beruf, doch mehr auch das, was ich für mich selbst brauche.

Auf unser Treffen folgte das ein oder andere Telefonat, das von dem Witwer dafür genutzt wurde, seine Leere, die er spürte seit dem Tod seiner Frau, ein klein wenig mit einer Unterhaltung zu füllen, wozu ich gern bereit war.
Gemeinsam mit dem Bestatter planten wir den Abschied von seiner geliebten Frau in einem Friedwald in dem Ort, wo sie einst geboren wurde, ein Friedwald dort, wo dieses zauberhafte Paar sich vor vielen Jahren das Ja Wort gab.
Und dann war er da, der Tag des Abschiedes. Es war ein Moment, den alle Anwesenden, mich eingeschlossen, dafür nutzen, den Glauben, die Werte und Überzeugungen und das Sein der anderen noch einmal mehr zu akzeptieren und gemeinsam versuchten wir in dem bestehenden emotionalen Chaos die Ruhe wieder zu finden, was uns in einer wundervollen Zeremonie zum großen Teil auch tatsächlich gelang.

Einige Tage später versendete ich einen Brief. In diesem großen Umschlag befanden sich zum einen meine gesprochenen Worte in Schriftform. Er würde diese so gern noch einmal lesen, sagte mir der Witwer nach der Abschiedszeremonie. Dann legte ich noch eine kleine Baumscheibe mit in den Brief zur Erinnerung an den Tag des Abschiedes im Wald und mein L(I)EBE Herz. Ein mit Kirschkernen gefülltes kleines Kissen in Herzform, das man, wenn der Moment mal wieder so schwer wiegt, sich erwärmt an das Herz drücken kann.

„Er hat sich so sehr über Ihren Brief gefreut“, so nun der Sohn am Telefon am vergangenen Montag. „Das Herz, er trug es bei sich, es wärmte ihm sein Herz. Mein Papa, er hatte einen Herzinfarkt“, sagte mir der Sohn mit zitternder Stimme am Telefon. Er erlitt nur zwei Wochen nach der Beisetzung seiner Frau als gesunder Mensch einen Herzinfarkt und infolgedessen mehrere Schlaganfälle, die ihm das Weiterleben unmöglich machten. „Er ist verstorben, er ist fort, er ist einfach nicht mehr da.“

Ich konnte es nicht fassen, kann es auch jetzt noch nicht. Gerad habe ich ihm doch noch einen Brief geschickt, den er mit Freuden las, an dessen Inhalt er sich erfreute. Seine Stimme, sie befindet sich noch immer in Form von in Worte formulierte Dankbarkeit für meine Arbeit auf meinem Anrufbeantworter. Ich kann es noch immer nicht glauben, nicht fassen, nicht greifen. Was ist da eigentlich gerade passiert?

Und so plötzlich steht auch meine Welt für einen Moment still und es ist alles so anders, ganz anders als es eben noch war. Ich beginne zu weinen, um den Menschen, den ich nur ein klein wenig kannte, den ich dennoch sehr mochte, der mir doch gerade erst so viel Vertrauen schenkte. Ich weine um den Menschen, der doch eben noch da war und nun ist er es nicht mehr. Ich weine um den Schmerz, den all das hier, was passiert ist, im Herzen des Sohnes hinterlässt, der nun in nur wenigen Wochen beide Elternteile verloren hat – mit 35 Jahren. Ich weine um das Leben, das so schnell vergeht und manches Mal ohne dass man damit rechnet.

Doch, ist es womöglich Schicksal, frage ich mich und denke lange darüber nach. Ist es Schicksal, dass der verwitwete Ehemann, nachdem er sich aufopferungsvoll um seine schwer kranke Frau kümmerte, der mir in unserem Gespräch sagte, dass er nun kaum mehr Substanz in seinem Leben spürt, dass dieser Mann nur wenige Wochen nach seiner Frau den Tod findet – als selbst gesunder Mensch? Ja, ich glaube daran, ich möchte daran glauben – das Schicksal hat entschieden.

Nun sind sie womöglich wieder vereint; dieser so liebenswerte Mann und seine so spirituelle Frau. Vielleicht sind sie wieder vereint, vielleicht sind sie es auch nicht, keiner von uns weiß es. Doch daran zu glauben, es mir einfach vorzustellen, empfinde ich als wunderschön. Diese Vorstellung, sie tröstet mich, sie nimmt mir meinen Schmerz und meine Trauer, die ich empfinde, weil ich einen Menschen, den ich in kürzester Zeit in mein Herz geschlossen habe, so rasch wieder verliere. Doch nur im Leben. In meiner Erinnerung wird er weiter seinen Platz haben.

Danke für so viel Vertrauen!

Sabrina


"Sichtbar anders- mit Bettina"

Mama geht mit Ideen schwanger

Sobald sie reif sind, wollen sie raus! Unfassbar schön war die Zeit der Schwangerschaft mit unserem Tammo, die doch viel zu schnell vorbei ging. Seit fast 6 Jahren erhalte ich mir einfach dieses Gut-Gefühl und lasse an seiner statt immer etwas Kreatives in mir reifen.
Als freie Grafikdesignerin habe ich mit designagl.de jahrelanges Kopfkino, um das Qualitätsversprechen meiner Kunden sichtbar zu machen. Nur heute gehe ich viel bewusster mit meinen Ideen schwanger. Und da Ideen ihren ganz eigenen Willen haben, kommen sie mal zu früh oder sind überreif. Wenn meine Kunden es ganz eilig haben, muss ich sie auch schon einmal eher holen, z.B. gestern 🙂 Kein Problem – ich bin Profi, Supermama, Kreativkopf, Gründerin von billerbunt.com und Gestalterin mit Herz, Stil und Verstand.
Und seit November 2020 bin ich stolze Mitbegründerin von Lillebö e.V. Eine wertvolle Vereinsidee ist geboren, und wächst und wächst … Gemeinsam mit Sabrina und fünf Frauen machen wir es uns zur Aufgabe, Familien in Geestland, Bremerhaven und umzu zu unterstützen, die mit ihrem „Sternenkind“ im Herzen leben.
Mit viel Leidenschaft und emotionalem Branding spinne ich von der ersten Idee, über die Konzeption bis hin zum gesamten Auftritt on- und offline für unseren Verein alles zusammen, was ihm Leben einhaucht und unsere Zielgruppe bewegt. Bewegt zum Spenden, Mitmachen, Weitersagen und am allerwichtigsten: zum Anvertrauen.
Mit meiner Kreativität möchte ich neben dem Design für den Verein eine positive Entwicklung anstoßen, denn meine billerbunten Erinnerungsstücke verbinden eine bestimmte Zeit, ein Gefühl und Menschen, wie die Sterneneltern und ihre Angehörigen.
Aus kleinen Momenten ein nachhaltiges Andenken an Sternenkinder schaffen – mit einer unglaublichen Kraft, die davon ausgeht – das liegt mir für jede Familie am Herzen. Ich gebe den Kindern im Herzen und an der Hand einen Gestaltungsraum, indem ich einen Teil von ihnen sichtbar und erlebbar mache.
Sichtbar anders mit mir, Bettina.


"What?! 40..."

"What?! 40..."

Bitte was?!? 40…?! Kann das wirklich sein? Vier Jahrzehnte soll ich schon auf dem Buckel haben? Kaum zu glauben und doch auch wieder völlig klar, denn, wenn man sich mal die Zeit nimmt und wirklich darüber nachdenkt, was da alles in den letzten 40 Jahren passiert ist, was man alles erlebt hat… Au Backe, das ist wahrlich ´ne ganze Menge!
Geboren als drittes von vier Kindern ging es bei uns zu hause doch stets ordentlich laut zu. Eine Kindheit auf dem Dorf, landwirtschaftliche Betriebe rundherum, warme Milch mit Haut drauf, von Kälbchen abgeschleckte Hände und das alles ohne Angst vor Infektionen – herrlich.
Mit 19 Jahren in die „große“ Stadt – Bremerhaven. Immer ´n büschen Wind hier. Ich liebe dieses schräge schöne Städtchen, trotz aller Krisen, trotz all derer, die schlecht über sie reden. Für mich ist und bleibt hier Heimat.
Freundschaften, die zum Teil ihren Anfang nahmen in Kindergarten-Zeiten und ein so wichtiger Bestandteil in meinem Leben sind, genauso wie meine Familie. Vier Jahrzehnte alles, aber auch wirklich alles erlebt an der Seite meiner Familienmitglieder. Ich glaube, wir haben nichts ausgelassen – Freude und Trauer, Krieg und Frieden, Glück und auch Unglück, doch insgesamt immer wieder jede Menge Spaß gepaart mit ganz viel Lachen und super vielen wunderschönen Momenten.
Grundschule, Orientierungsstufe – ja, so alt bin ich, ich habe zwei Jahre zur „Orientierung“ nutzen dürfen, Realschule, der erste feste Freund, die Berufsausbildung und ein aus heutiger Sicht absolut ungeplanter Weg, den ich beruflich angetreten bin. Eine Arbeit, die mich unendlich glücklich macht.
Und dann; Der dritte feste Freund, der zu meinem Mann wird. Meine ganz große Liebe. Ein Mensch, mit dem ich bereit bin, das Leben zu teilen und eine Familie zu gründen. Unser erstes Baby, dann das zweite, eine eigene kleine Familie – das vollkommene Glück.
Ganz viel Gesundheit, ganz viel Spaß, berufliche Zufriedenheit, eine große Familie, die man schätzt und liebt, Freunde, die besten, die man sich nur wünschen kann, immer wieder neue spannende Projekte, die eigene kleine Familie, die das Herz vor Liebe überschäumen lassen – das alles und so viel mehr, das sind 40 Jahre Leben. Nicht einen Moment davon möchte ich missen. Ich kann es kaum erwarten mehr zu erleben.
Bleibt neugierig auf das, was vor Euch liegt! Auf die nächsten 40!
Eure Sabrina